Gefühle benennen: Warum es so wichtig für dein Kind ist

"Ich bin wütend!" vs. Schreien und Treten
Es gibt einen riesigen Unterschied zwischen einem Kind, das schreit und um sich tritt, und einem Kind, das sagt: "Mama, ich bin gerade richtig wütend!" Beide fühlen das Gleiche. Aber das zweite Kind hat ein Werkzeug, um mit dem Gefühl umzugehen.
Dieses Werkzeug heißt: Emotionale Kompetenz. Und es ist eine der wichtigsten Fähigkeiten, die wir unseren Kindern mitgeben können.
Was die Forschung sagt
Studien zeigen: Kinder, die ihre Gefühle benennen können...
- haben weniger Wutanfälle und Verhaltensauffälligkeiten
- entwickeln bessere soziale Beziehungen
- zeigen mehr Empathie gegenüber anderen
- haben ein stärkeres Selbstbewusstsein
- sind resilienter gegenüber Stress
Der Grund ist einfach: Wenn du ein Gefühl benennen kannst, verliert es an Macht über dich. In der Neurowissenschaft nennt man das "Name it to tame it" – benenne es, um es zu zähmen.
Wie du deinem Kind helfen kannst
1. Sei ein Gefühls-Vorbild
Kinder lernen durch Nachahmung. Wenn du sagst: "Ich bin gerade frustriert, weil der Stau so lang ist", lernt dein Kind: Auch Erwachsene haben Gefühle, und man darf darüber sprechen.
2. Erweitere den Gefühls-Wortschatz
Kinder kennen oft nur "gut" und "schlecht". Hilf ihnen, differenzierter zu werden:
- Statt "schlecht": traurig, wütend, enttäuscht, ängstlich, einsam, frustriert
- Statt "gut": fröhlich, stolz, aufgeregt, dankbar, mutig, geborgen
3. Nutze visuelle Hilfsmittel
Kleine Kinder können Gefühle besser verstehen, wenn sie sie sehen. Hier kommen die Moodsticker ins Spiel: Jeder Sticker zeigt ein Gefühl mit einem klaren Gesichtsausdruck. Dein Kind kann morgens den Sticker wählen, der zu seiner Stimmung passt.
4. Schaffe Gefühls-Rituale
- Morgenrunde: "Wie fühlst du dich heute?" (mit Sticker oder Farbe)
- Nach dem Kindergarten: "Was war das schönste Gefühl heute? Was war das schwierigste?"
- Abends: "Welches Gefühl möchtest du mit in den Schlaf nehmen?"
5. Validiere ALLE Gefühle
"Du musst doch nicht weinen" oder "Stell dich nicht so an" – diese Sätze meinen wir nicht böse, aber sie sagen dem Kind: Dein Gefühl ist falsch. Besser: "Ich sehe, dass du traurig bist. Das ist okay. Ich bin hier."
Das Gefühlstagebuch
Ein wunderbares Werkzeug für den Alltag ist ein Gefühlstagebuch. Dein Kind malt oder klebt jeden Tag, wie es sich gefühlt hat. So lernt es:
- Gefühle wahrzunehmen
- Muster zu erkennen ("Immer montags bin ich nervös")
- Darüber zu sprechen
Unser kostenloses Gefühlstagebuch kannst du dir als PDF herunterladen – perfekt zum Ausdrucken und Loslegen.
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Wenn es tiefer geht
Manche Kinder haben besonders intensive Gefühle oder Schwierigkeiten, sie zu regulieren. Das ist kein Zeichen von "schwierigem Charakter" – es kann bedeuten, dass das Kind mehr Unterstützung braucht.
In meiner Arbeit kombiniere ich Hypnose für die Mama (damit du gelassener reagieren kannst) mit individuellen Traumreisen für das Kind (die gezielt emotionale Kompetenzen stärken). So arbeiten wir an beiden Seiten gleichzeitig.
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Sara Huth
Zertifizierte Hypnosetherapeutin für Mamas und Kinder. Mama von drei Kindern. Gründerin von Lovemoodsticker.